Silberfischchen

Silberfischchen
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Was sind Silberfischchen eigentlich?

Silberfischchen

Silberfischchen im Schlafzimmer

Silberfischchen (Lepisma saccharina) gehören zu den ältesten Insekten der Erde. (Englisch = Common Silverfish, Fish Moth, Silver Moth, Silverfish, Small Blue Silverfish). Sie gehören zur Art Zygentoma und existieren seit ca. 300 Millionen Arten. Zur Gruppe der „Fischchen“ gehören ca. 240 Arten. Die bei uns bekanntesten sind die Silberfischchen, die Ofenfischchen und die Ameisenfischchen. In Mitteleuropa finden sich insgesamt sechs verschiedene Arten. Bei uns leben die meist wärmeliebenden Silberfische vorwiegend synanthrop, d.h. mit dem Menschen in Häusern. Am häufigsten kommen Sie in eher dunklen und feuchten Räumen vor. Badezimmer, Schlafzimmer und warme Keller sind prädestiniert für das Auftreten der kleinen flügellosen Urinsekten. Silberfische sind flügellose Insekten. Ihr Körper ist eher flach, zylindrisch, meist deutlich segmentiert und ca. 1 cm lang. Sie tragen eine Beschuppung am Körper, die der der Schmetterlinge sehr ähnlich ist. Ihre Fühler sind lang und fadenförmig. Die Füße der Silberfischchen bestehen aus 2, 3 oder 4 Gliedern. Am letzten Hinterleibssegment sitzen drei längere Anhänge (Cerci). Frisch geschlüpfte Silberfischchen sind schuppenfrei. Nach ca. 10 Häutungen sind sie geschlechtsreif und können bis zu acht Jahren alt werden.

Sind Silberfischchen gefährlich?

Silberfischchen sind nicht wirklich gefährlich. Prinzipiell stellt sich aus hygienischen Gründen schon die Frage, ob man diese Insekten wirklich in seiner Küche, im Bad oder im Schlafzimmer haben möchte. In aller Regel finden sich Silberfischchen in dunkeln und feuchten Ecken. Sie ernähren sich von Zucker und Kohlenhydraten, wie Haare, Papier, Hautschuppen. Deshalb sollte man sämtliche Feuchtigkeit in den Räumen, in denen sich Silberfischchen aufhalten, wegputzen und keine Lebensmittel liegen lassen! D.h. besser putzen und lüften. Dies vermeidet ebenfalls den gefährlicheren Schimmel.

Was fressen Silberfischchen?

Silberfischchen ernähren sich von Zucker, Stärke, Haare, Hautschuppen. Nicht ganz uninteressant ist ebenfalls, dass Silberfischchen auch Hausmilben und Pilze fressen sollen. Ein Kernproblem betrifft hauptsächlich Bibliotheken: Die angeblich harmlosen Silberfischchen fressen auch Bücher an. Daher sind in den meisten Köderdosen auch Lockstoffe, die harmlos sind und nur für die Silberfischchen gefährlich sind.

Wie entstehen Silberfischchen?

Silberfischchen finden sich überwiegend in Räumen, die warm, feucht und dunkel sind. Silberfischchen fühlen sich bei mindestens 25 Grad Celsius und einer hohen Luftfeuchtigkeit fühlen am wohlsten. Silberfischchen werden bis zu sieben Jahren alt und die Weibchen legen bis zu 20 Eier, aus denen kleine Silberfischchen schlüpfen. Auch in dunklen und feuchten Ecken und Ritzen im Bad oder in Waschküchen breiten sich die kleinen Silberfischchen gerne aus, da sie warme, dunkle und feuchte Ecken bevorzugen. Die Entstehung von Silberfischchen wird so begünstigt. Wenn dann die Nahrungsgrundlage für Silberfische wie z.B. Hautschuppen, Haare, Papier oder stärkehaltige Stoffe gegeben ist, hat man einen idealen Lebensraum für Silberfische.

Der Entstehung von Silberfischen kann man vorbeugen. Die beste Methode wäre eine Köderdose für die Silberfischchen. Da Silberfische sich nur sehr langsam fortpflanzen, sollten Sie das Problem bald im Griff haben.

Was kann man gegen Silberfischchen tun?

Silberfischchen will natürlich niemand auf Dauer in der Küche, im Badezimmer oder im Schlafzimmer haben. Aber was kann man also tun um die lebenden Fossilien wieder aus Wohnung oder Haus los zu werden? Zunächst mal sollte man prüfen, ob man die Lebensbedingungen für die Silberfischchen im Haus nicht verschlechtern kann.

Sie mögen es einfach nicht, wenn es trocken und hell ist. In Feuchträumen wie dem Badezimmer oder in der Waschküche hilft es oftmals besser zu lüften und auftretende Kondensfeuchtigkeit zum Beispiel nach dem Duschen direkt zu weg zu wischen und alles trocken zu machen.

Die einfachste Alternative ist natürlich das Aufstellen einer Köderdose auf die die Silberfischchen dann bei nächtlicher Nahrungssuche reinfallen. Vor den sogenannte Hausmitteln sollte man insbesondere waren, wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben. Bei dem Tipp einen Pappstreifen mit Honig zu bestreichen damit die Silberfischchen kleben bleiben sollte man bedenken, dass eine Katze dies natürlich auch macht und für kleine Kinder ist dies natürlich auch verlockend. Der Tipp zum Anlocken der Tiere einen feuchten Lappen auf dem Boden zu legen, den man dann am nächsten Tag vor der Haustür ausschütteln kann. Wird natürlich nicht alle Silberfischen anlocken. So bleibt es nur eine nette Geste wird aber nicht final helfen. Köderdosen sind da immer noch die beste Wahl.

Wie vermehren sich Silberfischchen?

Es gibt einige Studien darüber, wie sich Silberfischchen vermehren, denn die Angst vor einer stetigen Ausbreitung ist bei vielen Menschen gegeben. Hier kann jedoch eine Entwarnung geben werden. Silberfischchen legen wie viele Insekten Eier. Das Weibchen legt die Eier und das Männchen befruchtet diese dann. Das Weibchen legt in seinem ganzen Leben (2-5 Jahre) ca. 70 Eier. Bei einer Befruchtung kann mit ca. 10 – 20 Eiern gerechnet werden. Die Eier werden von dem Weibchen mit Hilfe eines Legebohrers in dunkel Ritzen oder Fugen gelegt. Dies geschieht in den Monaten Mai, Juni und Juli. Unter optimalen Bedingungen, warm (22-27 Grad) und feucht (über 75%), reifen die Eier innerhalb von zwei Monaten und die Jungtiere schlüpfen. Silberfischchen vermehren sich also sehr langsam. Bis ein Silberfischchen ausgewachsen ist vergeht rund ein Jahr. Sie finden also in Ihrer Wohnung keine großen Nester oder ähnliches. Eher wandern die Silberfischchen zu (z.B durch die Fugen, Kanalisation etc.)

Silberfischchen im Bett

Gelegentlich kann es vorkommen, dass Silberfischchen auch im Bett vorzufinden sind. Da sich Silberfischchen im Bett von Milben und Schuppenresten ernähren, sollten Sie unbedingt ihr Bettzeug reinigen  und die Matratze gut durchlüften. Stellen Sie eine Köderdose unter das Bett und kontrollieren Sie diese regelmäßig. Zudem sollten Sie regelmäßig lüften und die Wände bzw. die Tapete auf feuchte Stellen hin untersuchen, denn Silberfischen lieben feuchte und warme Räume.

Die Ursachen für Silberfischchen im Bett sind nicht unbedingt auf magelnde Hygiene zurückzuführen. Falls Sie aber die folgenden Tipps beachten, sollten die Silberfischchen bald kein Problem mehr für Sie sein:

  1. Regelmäßig lüften
  2. Geben Sie das Bettzeug regelmäßig in die Reinigung
  3. Überprüfen Sie die Wände und Ecken auf Feuchtigkeit
  4. Stellen Sie Köderdosen auf
  5. Senken Sie die Temperatur im Schlafzimmer

Köderdosen gegen Silberfischchen

Silberfischchen in Büchern und Bibliotheken!

Kann man im Haushalt noch davon ausgehen, dass Silberfischchen nicht wirklich schädlich sind und daher eher ein ästhetisches Problem sind, sieht dies bei Bücher und in Bibliotheken ganz anders aus. Das Potenzial für Schäden durch Silberfischchen ist nicht zu vernachlässigen. In vielen Bibliotheken mit Altbeständen findet man das Problem vor, das allgemein mit „Insektenfraß“ umschrieben wird. Da Silberfischchen sich von Zellulose ernähren besteht hier ein echtes Problem. Silberfischchen fressen sich nicht durch die Bücher, sondern sie „grasen“ sie ab. D.h. den Befall kann man sehr gut identifizieren. Die Oberfläche ist abgeraspelt. Auch hier hilft zunächst einmal nur die Erfassung des Schadens und dann der Einsatz von Köderdosen, um den Befall und den Schaden in den Griff zu bekommen. Lesen Sie hier mehr über den Befall von Bibliotheken.

Silberfischchen im Bad?

Tatsächlich ist es so, dass Silberfischchen am häufigsten im Badezimmer auftreten.Besonders fensterlose Badezimmer sind betroffen. Die dunkel und feuchte Umgebung ist die reinste Brutstätte für Silberfischchen. Daher sollte eigentlich jeder, der über ein innenliegendes Bad verfügt provisorisch eine Falle für Silberfischchen aufstellen, damit diese von Anfang an kontiminiert werden.

So kann man Silberfische bekämpfen

Die folgenden Tipps helfen um Silberfische zu bekämpfen:

  1. Lüften Sie regelmäßig, so senken Sie die Luftfeuchtigkeit gerade im Schlafzimmer
  2. Senken Sie insbesondere im Schlafzimmer die konstante Temperatur auf unter 18 Grad
  3. Stellen Sie Köderdosen auf und tauschen sie diese Regelmäßig aus.
  4. Vermeiden Sie feuchte Stellen im Badezimmer den dort halten sich Silberfische gerne auf
  5. Legen Sie in verschiedenen Stellen im Badezimmer und in der Wachküche einen feuchten Lappen aus und schütteln sie ihn am nächsten Tag draußen aus.
  6. Versuchen Sie alle Fugen im Badezimmer mit Silikon zu erneuern.
  7. Waschen Sie die Bettwäsche regelmäßig
  8. Trocknen Sie keine Wäsche in geschlossenen Räumen
  9. Trocknen Sie ihre feuchten Handtücher nicht in innenliegenden Badezimmern

Silberfischchen Köderdosen

Typische Mittel gegen Silberfischchen im Bad sind üblicherweise die einschlägigen Hausmittel, oder Köderdosen die im Handel verfügbar sind. Köderdosen haben einen eindeutigen Vorteil gegenüber allen einschlägigen Hausmitteln. Die Köderdosen schützen den Köder vor anderen Tieren oder Kindern. Zudem sind Köderdosen einfach und hygienisch einsetzbar. Üblicherweise kriechen die Silberfische in die Köderdose, fressen dort den Köder und verenden dann in ihren Verstecken an dem enthaltenen Gift. In aller Regel reicht es, die Dose zu entsiegeln, in die Ecke zu stellen, in der Sie bereits Silberfischchen gesehen haben und dann nach ca. 2-3 Monaten die Dose zu ersetzen, sodass Sie kontinuerlich die Silberfische bekämpfen. Es gibt im Handel verschiedene Fabrikate.

Regelmäßig lüften ist schlecht für Silberfische

Sorgen Sie immer dafür, das befallene Räume nicht nur trocken, sondern auch möglichst kühl sind. Kälte und Trockenheit sind für Silberfische absolut unverträglich und sie werden davon eigentlich schnell vertrieben uns verschwinden dann auch verlässlich. Gerade im Schlafzimmer sollten Sie daher dafür sorgen, dass die Raumtemperatur deutlich niedriger ist als in den anderen Räumen.

Silberfischchen mit einer Falle bekämpfen

Silberfischchenfallen lassen sich auch selber bauen. Dies wird zum Beispiel im folgenden Video erklärt. Man benötigt zwei Gläser, die mit einer Folie ummantelt werden. Die Folie sorgt dafür, dass die Silberfischchen genügten halt bekommen, an den Gläsern hochzuklettern. So können sie zwar hochklettern, fallen sie aber in das Glas, gibt es keine Möglichkeit mehr zu entkommen. In die Gläser kann man entweder etwas Wasser oder Mehl füllen. Das Wasser sorgt dafür, dass die Silberfischchen ertrinken. Das Mehl lässt die Fischchen austrocknen. Man sollte nur darauf achten, dass keine Haustiere und Kinder im Haushalt sind.

 

Silberfische bekämpfen: Tipps

Um Silberfische zu bekämpfen haben wir für Sie noch einige Tipps zusammengestellt:

  1. Silberfische mögen Kohlenhydrate. Legen Sie daher einfach einige Kartoffelscheiben auf eine Tellerchen und lassen Sie diesen über Nacht dort stehen, wo Sie bereits Silberfischen gesehen haben. Morgens sollten Sie dann einige Silberfischchen entsorgen können.
  2. Mischen Sie Zucker und Backpulver. Streuen Sie dann diese Mischung auf den Boden, am besten in die Ecken. Die Silberfischchen werden durch den Zucker angelockt und das Backpulver wird Sie aufquellen lassen.
  3. Lavendel soll Silberfischchen auch ganz wirkungsvoll vertreiben. Daher sollten Sie vielleicht ein paar Lavendelsäckchen in Ihren Schränken und unter den Betten verstecken. Das grenzt den Lebensraum der Silberfische deutlich ein.

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